Oder: Stinken auch im Trüben gefischte Fische vom Kopf her?
Wir haben ja bereits in der Vergangenheit angedeutet, dass wir Ringier und seiner alle Medien umfassenden, selbstgenerierenden Promo-Strategie auf die Schliche gekommen sind. Das ist an sich kalter Tee. Ringier goes global, das wissen wir auch, aber Rupert Murdoch kanns eh besser und grösser.
Zurück also ins kleine Schweizli, in der Chefpublizist FAM, der Journalisten-Papi (ist wie die Missen-Mami, oder?) die Angel in trübem Wasser auswerfen lässt (er sitzt lieber in Bärlin und pontifiziert).
Der Blick spricht die Sprache seiner Zielgruppe, des Stammtisches, perfekt: Mundart, plakativ, repetitiv, undifferenziert, einfach.
Schöne Eigenkreationen kommen vor: Sex-Grüsel, Terror-Grosi. Absolute Klassiker!
Die Suche in unserem Archiv zeigt, dass auch wir schon des öftern über Sex-Grüsel (was macht eigentlich Jörg Kachelmann?) und Terror-Grosis berichtet haben.
Und jetzt, wird’s jetzt doch noch lustig? Es wird! Zitieren wir aus der Definition im Wörterbuch Psychosoziale Gesundheit:
“Amok(lauf): Eine plötzliche, willkürliche, nicht provozierte Gewaltattacke mit mörderischem oder zumindest erheblich zerstörerischem Verhalten.”

Beängstigend! Zwei nicht provozierte Gewaltattacken mit erheblichem zerstörerischem Verhalten. Die Gefährdung durch diese Rentner hat System. Und das Schlimmste: Blind und taub! Wie kann man nur? Bei genauerem Hinschauen siehts dann allerdings so aus:

Aus “fast blind und taub” wird “mit Hörgerät und starker Brille”. Trifft auf ca. 25% der Bevölkerung zu, nicht?
Im zweiten Fall handelt es sich um mutwilliges Verstört-im-Auto sitzen:

Ok, sie waren verstört. We get the point, Herr Jampen!
Aber nicht nur Grosis und ihre Gschpänli laufen Amok, auch Autos:

Das Tatwerkzeug ist schuld, nicht der Täter. Sascha C. sass nur zufällig drin.
Die Technik hat offenbar zunehmend ihren eigenen Willen. Jetzt haben schon Autos Emotionen. Wo führt das noch hin? Nirgends, denn:

Noch Fragen, Kienzle?
Kommen wir von den Hauptwörtli zu den unnötigen Adjektiven und Adverben. Die unheilige Drei-Einigkeit: Brutal, fatal, irr.

Weiss jemand von einem einfühlsamen, menschlichen Mord? Ich nicht. Aber es muss niemand umkommen, um brutal zu sein:

Eine sanfte, einfühlsame Schlägerei? Und dann ausgerechnet der Sohn. Die Psychologen sind offenbar auch nicht mehr, was sie einmal waren. Weiter im Text:

Irr sein ist lebensgefährlich und kann sogar zum Infarkt führen:

Und zum Schluss:

Explosion? Fatal, also tödlich? Für wen, die Bratwürste? Wow, da mussten wir aber grad einen halben Meter zurückweichen, bei dem Inferno. Die Leute im Nebenzelt wärmen sich derweil den Rücken. Köstlich.
Die ganz Gescheiten werden sagen, dass das “absolut übliche und korrekte Wortbilder“ seien (Dank an David, den Tennisexperten). Aber Repetition ad nauseam macht die Sprache auch nicht richtiger. Es mag zwar üblich geworden sein, ist deswegen aber nicht korrekt.
Und wer da an den Zufall glaubt zahlt einen Taler und ich werde reich!
Gruss vom Doktor